Dear July

Vor gar nicht allzu langer Zeit bin ich über Emily Diana Ruths wunderschöne „Letters to July“ auf You Tube gestolpert. Aber weil das hier ein Blog und kein YouTube Channel ist und ich mich sowieso viel besser mit Worten ausdrücken kann als mit Film, starte ich hier meine eigene kleine „Dear July“-Serie.

Gras vor SonnenuntergangCreative Commons Lizenzvertrag Foto von Mimolalen. Dieses Werk ist lizenziert unter einer Creative Commons Namensnennung – Weitergabe unter gleichen Bedingungen 4.0 International Lizenz.

Dear July,
ich bin ein bisschen überfordert, dass du schon da bist, dabei denke ich gar nicht so sehr an dich, sondern an die, die dir folgen und große Veränderungen mitbringen werden, August und September. Dich übersehe ich dabei fast, sehe über dich hinweg und bin in Gedanken schon viel weiter oder noch weit zurück. Ich will versuchen das zu ändern und dich ein bisschen genauer anzugucken. Juli, obwohl ich den Sommer bisher ein bisschen vermisse, bin ich froh, dass du weniger heiß und sonnig beginnst als ich immer denke. Du hast dich unauffällig angeschlichen und schon eine ganze Weile hinter der nächsten Ecke gelauert, aber ich vermute, du bist enttäuscht, dass alle über dich sagen, was sie sonst auch immer sagen: „Und jetzt ist schon wieder Juli – wo bleibt die Zeit?“ Anders als noch vor ein paar Jahren, wo du verheißungsvoll die Sommerferien gebracht hast, merke ich langsam, dass du zu Erwachsenen eher die Träume von Ferien bringst (wobei, seien wir mal ehrlich, die in mancherlei Weise ein bisschen besser sind als die Ferien selbst – in den Träumen riecht die Ferienwohnung nicht nach kaltem Rauch, die Haut wird sonnenbraun und nicht sonnenrot, das Meer ist weder zu warm noch zu kalt und es ist auch kein Problem, das Frühstück zu finden, in dem süßen kleinen Cafe, das sich meistens erst findet, wenn man aus demjenigen mit dem mittelmäßigen Angebot und der weniger freundlichen Bedienung aufgestanden ist und um die nächste Ecke biegt – jedenfalls versuche ich mir das alles einzureden, damit ich nicht all diejenigen beneide, die sich jetzt auf große Fahrt begeben)
Man soll sich Dinge vornehmen, stimmt’s Juli? Große und kleine. Mein Juliziel ist es, wieder früher aufzustehen, die frische, morgenkühle Luft öfter zu genießen, die immer irgendwie verheißungsvoll ist, als würde sie noch einen Hauch der Träume aller Menschen in sich tragen, die noch in ihren Betten liegen und schlafen. Ich bin eigentlich gar keine Nachtigall, eher eine Lerche, aber dennoch komme ich abends nicht in und morgens nicht aus den Federn. Juli, das soll sich ändern.

Ansonsten bin ich gespannt, was du mir bringst und ich werde mich daran erinnern, erwartungsvoll zu bleiben. Erwartungen scheint ein schweres Wort voller Verantwortung und zu erfüllenden Forderungen, aber ich möchte es zu einem leichten, verspielten Wort für mich machen, solange du da bist, das das Leben schöner macht und ich weiß, dass du mir helfen wirst.

Also… erwartungsvoll

Lu

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