Dear July // 3

schreiben, Kugelschreiber und Papier
Creative Commons Lizenzvertrag Foto von jjpacres. Dieses Werk ist lizenziert unter einer Creative Commons Namensnennung – Nicht kommerziell – Keine Bearbeitungen 4.0 International Lizenz.

Dear July,

es ist Wochenende und obwohl ich eigentlich viel zu tun habe, habe ich mir heute ein bisschen eine Auszeit gegönnt und Briefe und Karten geschrieben. Karten schreibe ich zur Zeit sehr viel, aber Briefe sind bei mir ein bisschen in Vergessenheit geraten. Ich liebe Post (und Juli, du hast mir schon sehr besondere gebracht, aus Süd Afrika und Norwegen und Russland, Finnland, Polen, den USA und den Niederlanden), sie zu schicken genauso wie sie zu bekommen, obwohl das Schicken manchmal beinahe ein winzig kleines bisschen mehr Spaß als das Bekommen. Abends kann ich das sagen, aber jeden Morgen, wenn ich ab kurz nach zehn runter zum Briefkasten laufe um Nachzugucken, was der Breifträger gebracht hat, dann ist das Bekommen das wunderbarste. Früher habe ich viel mehr Briefe geschrieben und inzwischen sind es ein ganzer Haufen Karten, aber manchmal fühlt sich Karten schreiben ein bisschen so an wie schummeln, wie eine E-Mail oder eine SMS anstelle eines Briefes eben auch ein bisschen in die Richtung geht.

Ich habe festgestellt, dass es mir so viel einfacher fällt, mich in Briefen auszudrücken, als wenn ich mit den Menschen direkt rede. Das heißt nicht, dass ich nicht gerne rede oder mich nicht freue, meine Freunde zu treffen, aber wenn es um die Dinge geht, die mir wirklich wichtig sind, dann braucht es meistens einen Brief oder eine Fahrt im Auto, am besten bei Nacht, um auszudrücken oder zur Sprache zu bringen, was mir wirklich wichtig ist. Ich weiß nicht, ob das gut ist oder nicht. Es ist vor allen Dingen umständlich und vielleicht kannst du mir helfen, Juli, mich mehr auf die Worte zu verlassen, die aus meinem Mund kommen als auf die aus meinem Stift oder von der Tastertur.

Aber heute war ein Briefe Tag und ich habe auf einer Sommerwiese in der Sonne gelegen und es hat nach Gras gerochen und die Vögel haben die Hintergrundmusik geliefert und es war so friedlich und ich war froh, dass Sommer war und du da bist, Juli.

Sommerlich  – Lu

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