Dear July // 11

Gräser vor Sonnenuntergang
Creative Commons Lizenzvertrag Foto von victor_nuno Dieses Werk ist lizenziert unter einer Creative Commons Namensnennung-Nicht kommerziell 4.0 International Lizenz.

Dear July,

jetzt bist du schon so weit fortgeschritten – ich mag es kaum glauben! Und heute möchte ich einfach sammeln, was es für mich bedeutet, wenn du da bist, in diesem Jahr oder in vergangenen Jahren, denn du bist für mich der Inbegriff von „Sommer“ und „Sommer“ ist so viele Sachen:

Sommer ist morgens aufwachen und nicht wissen, ob ich noch 2 min oder 2 h schlafen kann, weil es schon hell ist in meinem Zimmer, Sommer ist Obstsalat zum Frühstück und darauf warten, dass die Kirschen billiger werden, Sommer ist Rad fahren – am Morgen, wenn es noch kalte Stellen in der Luft gibt und nachts, wenn es dunkel ist, aber ein sanfteres Dunkel als in allen anderen Monaten, wenn ich das Gefühl habe, dass du mich wie in eine Decke einhüllst und wie einen kleinen Vogel fliegen lässt. Sommer bedeutet für mich, das Meer zu vermissen, Sandstrände und Dünen und das zähe Gras, was auf den Dünen wächst und inzwischen bedeutet Sommer für mich auch die Zeit, in der ich es vermisse, dass ich nicht mehr barfuß laufe, oder es zumindest zu selten tue. Aber ich bin froh, dass ich es aus Angst vor Scherben und nicht aus Angst vor der Meinung anderer unterlasse – das ist für mich ein großer Unterschied, Juli.

Sommer ist der Geruch von frisch gemähtem Gras, aber auch der von Regen – dieser köstliche Geruch von Sommerregen – und von Chlor im Freibad und die Zeit, wo ich am liebsten früh morgens schwimmen gehe und immer überrascht bin, dass das auch andere Menschen machen. Sommer ist dann, wenn ich mich über die Hitze beschwere, bis ich merke, dass wir es hier immer noch so viel kühler haben als weiter südlich und ich beschließe, keinen negativen Ton mehr über das Wetter zu verlieren und es zu genießen, denn im Winter werde ich mich daran zurückerinnern und -sehnen. Sommer ist die Zeit, in der der Abend für mich das schönste wird und ich das Gefühl habe, dass am Abend alles noch schöner wird als sonst.

Sommer ist auch die Zeit, in der ich schon vergessen habe, wie wunderschön das Grün der Bäume im Frühling ist. Und wie bunt die Welt im Herbst. Sommer ist die Zeit für Eis und die Zeit, in der mir am meisten auffällt, dass ich zu wenig Wasser trinke. Sommer ist für mich dann, wenn ich meine alten Astrid Lindgren Bücher hervorhole (besonders Saltkrokan und Kalle Blomquist) und sie ein nächstes Mal lese und liebe. Sommer ist dann, wenn mir Kinderlachen häufiger auffällt und ich Sonnenbrand bekomme und weniger braun werde als gedacht (aber das ist in Ordnung). Sommer ist die Zeit, wenn die ersten Heuballen auftauchen und meine Postkarten nicht nur von zu Hause kommen. Sommer macht wach und offen und melancholisch und vor allen Dingen lässt mich der Sommer daran denken, wie wundervoll das Leben ist.

Lu

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