Dear July // 15

Weggehen
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Dear July,

jetzt bist du schon fast zu Ende. Wie alle anderen Erwachsenen möchste ich sagen: „Wie schnell zu vergangen bist!“ und gleichzeitig: „Wie viel Spaß es gemacht hat, dir zu schreiben“. Ich fühle mich ein bisschen auf der Meta-Ebene von meinem eigenen Leben, wenn ich dir schreibe, ich denke mehr über bestimmte Dinge nach, hole andere an die Oberfläche, die ich sonst vielleicht übergangen hätte und gucke mir kleine Sachen genauer an. Und obwohl ich es nicht geschafft habe, sehr viel früher aufzustehen, bin ich doch ein kleines bisschen mehr ein „Blogger-Mädchen“ geworden. Und falls es dir nichts ausmacht, werde ich dir einfach weiterhin schreiben, denn es fällt mir glaube ich leichter, wenn ich meine Gedanken an jemanden oder etwas richte (auch wenn ich glaube ich an den Überschiften dieser Einträge arbeiten sollte, sodass leichter ersichtlich ist, worum es geht).

Ich sehe dich schon langsam in Richtung Tür gehen und deinem älteren (? oder vielleicht jüngeren? – August hat eine höhere Zahl, kommt aber nach dir) Bruder August Platz machen. Komisch, auf den ersten Blick ist August für mich männlich, wenn ich länger darüber nachdenke eher weiblich und insgesamt seid ihr alle sehr angenehm neutral. Auf jeden Fall wollte ich dir noch kurz von mir und Abschieden erzählen. Abschiede fallen mir immer ein bisschen schwer oder anders, ich nehme Abschiede häufig schwer. Und früher habe ich gesagt, dass ich eben nicht für Abschiede gemacht bin, aber ich glaube das stimmt gar nicht. Ich nehme Abschiede schwer und breche, bei „großen“ Abschieden häufig in Tränen aus (und habe immer ein bisschen Sorge, dass sich deshalb andere um mich Sorgen machen), aber wenn der Abschied dann vorbei ist, kann ich in den allermeisten Fällen damit dann auch abschließen. Ich lasse einmal bei der Gelegenheit meinen Gefühlen freien Lauf und lasse sie groß werden und mich übermannen (interessantes Wort) und Besitz von mir ergreifen, mich umspühlen, mitreißen und überwältigen, aber wenn ich am Ende der Talfahrt der Gefühle dann sozusagen am Ufer angespühlt werde bin ich zwar ein bisschen erschöpft, aber auch frei von ihnen. Und dann kann ich mich dem nächsten Abenteuer zuwenden. Und es geht mir damit dann viel besser, als wenn ich sie unterdrücke und sie in einem dünnen Rinnsal sehr lange aus mir herauströpfeln müssen. Und ich glaube, das ist, zumindest für mich, die einzig wahre Art von Abschied.

Im August stehen ein paar Abschiede an und ich bin mir noch nicht so sicher, wie sehr sie mein Leben verändern werden, aber andererseits beginnt ein neuer spannender Abschnitt, auf den ich mich freue. Und trotzdem ich dir wahrscheinlich weiterhin schreiben werde sage ich für dieses Jahr: Auf Wiedersehen, Juli, es war eine schöne Zeit mit dir. Bis nächstes Jahr!

Lu

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