Buch-Review: Schiffbruch mit Tiger

Schiffbruch mit Tiger Schiffbruch mit Tiger von Yann Martel
Meine Bewertung: 3 von 5 Sternen

Dieses Buch ist eines der wenigen, bei denen ich zum einen den Film gesehen habe, bevor ich es gelesen habe und mir zum anderen der Film besser gefallen hat als das Buch und ich außerdem nicht das Gefühl hatte, dass im Film große, wichtige Teile fehlen. Im Gegenteil, ich war überrascht, welche Teile der Geschichte im Film auftreten, die im Buch nicht vorkommen. Aber es soll hier ja nicht um den Film gehen. Ich habe das Buch in Form eines Hörbuches genossen. Es handelt sich dabei um eine „autorisierte Version“, wobei ich nicht ganz sicher bin, was das bedeutet und ob Teile gekürzt sind oder nicht. Ilja Richter ist in jedem Fall ein grandioser Vorleser.
Da ich die Geschichte ja, wie gesagt, schon kannte, konnte ich beim Zuhören auch darauf achten, wie sich dies alles im Bezug auf das Ende verhält. Allerdings habe ich das zeitweise auch wieder vergessen, denn die Erzählung an sich fand ich realtiv spannend.
Es geht um Pi, den jüngeren von zwei Brüdern, dessen Familie einen Zoo in Indien besitzt. Ich hatte ganz vergessen, wie lange sich der Blick auf dessen Kindheit richtet und beschreibt, wie sehr er sich für Religionen interessiert. Allerdings kamen mir die später beinahe ein bisschen zu kurz, bzw tauchten nur mehr am Rande der Erzählung als spezifische Religion auf. Die Geschichte wendet sich, als die Eltern beschließen, die Zoo zu verkaufen und nach Nordamerika auszuwandern. Viele der verkauften Tiere werden auch dorthin verschifft und die Familie begleitet diese auf ihrem Weg in die neue Heimat. Wie der Titel des Buches erahnen lässt, geht dabei mitnichten alles gut und Pi findet sich, nach einem Schiffbruch (mehr oder weniger) alleine auf einem Rettungsboot wieder – zusammen mit einem ausgewachsenen Tiger namens Richard Parker.
Mir hat die Zeit, die ich mit Pi in Indien verbringen konnte gut gefallen und ich war beinahe ein bisschen enttäuscht, als es dann auf die Reise ging. Allerdings war auch diese Zeit sehr interessant. An vielen Stellen hatte ich aber das Gefühl, dass ein bisschen mehr von Pis Innenleben der Geschichte für mich noch größere Tiefe gegeben hätte. Es wird viel beschrieben was er tut, ein bisschen, was er sich dabei denkt, aber mehr auf eine mechanische Art und Weise und wenig (wenn auch schon ab und zu) wie er sich fühlt. Das lässt mich auch das, schon sehr elegant hergeleitete Fazit des Buches, das mich beim ersten Mal sehr (positiv) überrascht hat, weniger gläzen, als es könnte.
Außerdem hat die Beschreibung bestimmter Szenen mein Lesevergnügen etwas getrübt, denn sie waren schlichtweg ekelhaft (allerdings beabsichtigt). Man muss auch zugeben, dass in der Situation eines Schiffbruches vieles schon realistisch so passieren kann, es macht das Ganze „wirklicher“ aber trotzdem habe ich diese Passagen nicht genossen.
Alles in allem ein schönes Buch, was aber nicht zu meinen absoluten Favoriten zählt.

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