Das Museum für Film und Fernsehen

Ich habe das Museum für Film und Fersehen besucht. Jeden Sonntag gibt es eine kostenlose Führung um 14 Uhr, die etwa 90 min dauert. Ich war sehr erstaunt, dass wir an diesem Tag nur drei Menschen waren, die dem Museumsführer hinauf in den dritten Stock des Gebäudes gefolgt sind. Die Ausstellung war angenehm besucht, nicht leer, aber auch nicht überfüllt. Ich muss zugeben, dass ich zwar sehr gerne ins Kino gehe und Filme schaue, aber von Filmgeschichte nicht allzu viel Ahnung habe. Um so spannender war der Weg durch die Ausstellung, der breits Ende des 19. Jahrhunderts begann. Ich habe viele Dinge gelernt, unter anderem, dass die Schwarzweißfilme früher häufig nicht schwarz-weiß waren, sondern der Film eingefärbt worden ist, sodass es eigentlich schwarz-blau oder schwarz-rot oder ähnliches war. Die Farbe deutete dabei auf den Inhalt hin. Romantische Szenen waren in schwarz-rot gehalten, Szenen auf See oder bei Nacht in Schwarz blau, im Wald schwarz-grün… Und auch, dass Filme vor den Synchronisationstechniken, die es heute gibt einfach doppelt gedreht wurden, wobei die Schauspieler den Text in verschiedenen Sprachen vorgetragen haben, hat mich erstaunt. Es gibt viel zu sehen, der Film Metropolis wird besonders betont, ebenso beispielsweise die Schauspielerin Marlene Dietrich. Einer meiner Aha-Momente hat mich allerdings selbst erstaunt. Es werden Originalkostüme von Marlene Dietrich dargestellt, unter anderem ein knallroter Mantel. Im selben Raum laufen kurze Filmausschnitte, die sie in den jeweiligen Kostümen zeigen, allerdings in schwarz-weiß. Ich WEIß, dass die Welt früher nicht schwarz-weiß war, aber als ich den Mantel neben der Aufnahme des Mantels gesehen habe, ist mir klar geworden, wie wenig ich mir die Farben einer Welt vorstellen kann, die mir dann in schwarz-weiß auf dem Monitor gezeigt wird.
Nach gut 90 min, in denen wir viel über die Geschichte des Films gelernt hatten, aber noch nicht am Ende der Ausstellung angekommen waren, hat sich unser Museumsführer von uns verabschiedet. Die letzten Räume habe ich eher durchstreift, obwohl sie auch noch viel viel Spannendes enthalten haben. Aber meine Aufnahmekapazität war gesättigt.
Alles in allem gibt es viel zu sehen und ich werde auf jeden Fall gerne noch einmal das Museum für Film und Fernsehen besuchen. Zumal ich die Sonderausstellung gänzlich übersprungen habe.

Advertisements

Buch-Review: In 80 Tagen um die Erde

Reise Um Die Erde In Achtzig Tagengekürzte LesungReise Um Die Erde In Achtzig Tagengekürzte Lesung von Jules Verne
Meine Bewertung: 2 von 5 Sternen

Irgendwann vor ein paar Jahren habe ich von Jules Verne schon einmal ein Buch gelesen – Von der Erde zum Mond. Deshalb hatte ich eine Vorstellung von seinem Stil. Von der Erde zum Mond hat mir nicht besonders gefallen und Anlass zum Lesen (oder in meinem Fall hören) dieses Buches war eine Sonderausstellung im Museum für Kommunikation, die ich mir angesehen und die dieses Buch zum Thema hatte.
Ich habe mich (mal wieder) für das Hörbuch entschieden. Die Version meiner Bibliothek war gekürzt – ich bin mir nicht sicher, wie viel ich bei der Lesung von 7 Stunden alles verpasst habe. Die Kürzungen waren allerdings gut, sodass ich nicht das Gefühl hatte, wichtige Teile der Hanlung werden angedeutet, aber nicht erzählt. Und Rufus Beck als Sprecher ist natürlich einfach brilliant.
Es geht um den englischen Gentleman Phileas Fogg, der sich auf eine Wette einlässt. In nur 80 Tagen will er die Welt umrunden. Und das war Ende des 19. Jahrhunderts noch eine echte Herausforderung. Die Reise wird vor allem per Bahn und Schiff unternommen, aber unterwegs gibt es natürlich Herausforderungen, sodass auch per Elefant oder Segelschlitten gereist wird. Mit dabei ist sein Diener Passepartout und die beiden lernen auf ihrer Reise viele verschiedene Gestalten kennen.
Insgesamt war dieses Buch zwar spannend, aber ich habe mich an dem (damals noch um einiges gesellschaftsfähigeren) Rassismus und Sexismus gestört. Auch bei der Darstellung von Phileas Fogg war ich mir nicht sicher, ob er als beherrschter Einelgänger positiv oder negativ gezeichnet werden sollte. Für mich war seine Person überheblich und gefühllos und damit unsympatisch, aber ich habe die Vermutung, dass dies zwar gewollte, aber eigentlich positiv gesetzte Eigenschaften waren.
Dies ist eines der Bücher, die meiner Meinung nach inzwischen so überholt sind, dass sie nicht mehr in den Kanon der lesenswerten Klassiker gehören und zwar nicht aufgrund der Geschichte, die durchaus unterhaltsam war, sondern aufgrund des darin verbreiteten Menschenbildes. Vor allen Dingen Kinder (auch wenn man mit ihnen über die unterschiedlichen Sichtweisen der Gesellschaft damals und heute spricht) sollten Bücher mit einer positiveren Botschaft lesen.

Alle meine Reviews ansehen

Buch-Review: Pride and Prejudice

Pride and PrejudicePride and Prejudice von Jane Austen
Meine Bewertung: 3 von 5 Sternen

Nachdem ich einige Male damit begonnen habe, das Original von Jane Austen zu diesem Klassiker selber zu lesen und nie über die ersten Seiten hinausgekommen bin, dachte ich, dass ich ihm als Hörbuch noch einmal eine Chance gebe und – siehe da – das hat mir sehr viel mehr zugesprochen als es selbst zu lesen. Ich habe die genaue Ausgabe auf goodreads nicht finden können, Karen Savage hat mir als Sprecherin gut gefallen.
Zum Inhalt muss ich glaube ich nicht viel sagen. Es geht um das Leben der fünf Bennet-Schwestern, inbesondere der zweitältesten, Elizabeth (auch Lizzy genannt). Unter dem Einfluss ihrer Mutter, deren größtes Ziel im Leben es zu sein scheint, sie alle unter die Haube zu bringen, verfolgen die verschiedenen Schwestern mehr oder weniger erfolgreich ihren eigenen Weg zu ihrem Glück.
Mir war die Geschichte sowohl durch verschiedene Filmadaptionen, als auch durch die Webserie „The Lizzy Bennet Diaries“ (großartige Verlegung der Erzählung in die Gegenwart) bekannt, sodass die Geschichte selbst keine großen Überraschungen mehr barg. Ich bin mir allerdings sicher, dass ich dennoch eine Menge der Witze und Anspielungen nicht mitbekommen habe, denn die Gesellschaftsstrukturen von damals scheinen durch eine sehr viel inderektere Art der Kommunikation geprägt, sodass viele Sticheleien nur noch mit besserer Kenntnis der damaligen Umstände verstanden werden können. Aber auch so war es eine sehr vergnügliche Geschichte, deren Irrungen und Wirrungen mich gut unterhalten (und mir die Vorzüge, die das Leben von Frauen heute gegenüber der Gesellschaft im 19. Jhd. noch einmal klar gemacht) hat. Ich werde mich in diesem Jahr noch an ein paar weitere Klassiker wagen, hoffentlich werde ich mich auch beim selber Lesen für ein paar begeistern können.

Alle meine Reviews ansehen