Buch Review: The Cloud Pavilion

The Cloud PavilionThe Cloud Pavillion von Laura Joh Rowland
Meine Bewertung: 3 von 5 Sternen

Dieses Buch habe ich in meinem Bücherregal gefunden und ich weiß wirklich nicht mehr wie es dorthin gekommen ist. Erst beim Lesen wurde mir klar, dass es Teil einer Reihe ist. Allerdings hat das mein Lesevergnügen nicht getrübt. Ich hatte den Eindruck, dass ich für das Geschehen in diesem Buch alle wichtigen Informationen und Eindrücke bekommen habe, es gab aber auch immer wieder Rückgriffe auf frühere Ereignisse, die ich, wenn ich die Serie von Anfang an verfolgt hätte, wahrscheinlich noch besser hätte einordnen können.
Dieser Krimi spielt im Japan zu Beginn des 18. Jahrhunderts. Hauptperson ist der Samurai Detektiv Sano, dessen Aufmerksamkeit auf den Fall von mehreren entführten und vergewaltigten Frauen gelenkt wird. Eine davon ist seine (ihm bis dahin eigentlich unbekannte) Cousine Reiko. Die Frauen tauchen zwar alle nach wenigen Tagen wieder auf, aber Sano macht es sich zur Aufgabe, ihre Schänder zu finden und zu bestrafen. Das ist gar nicht so einfach, vor allen Dingen, weil Sanos Rivale Yanagisawa sich verdächtig ruhig verhält und bestimmt irgendetwas im Schilde führt.
Insgesamt hat es Spaß gemacht, dieses Buch zu lesen und in ein vergangenes Japan einzutauchen, in dem Gebräuche, Umgangsformen und Machtgefüge so anders und ein bisschen verwirrend, aber auf jeden Fall spannend sind. An ein paar Stellen hat mich die Geschichte aber auch irritiert. Die Nebenhandlung, die in der ersten Hälfte immer wieder auftaucht, verschwindet in der zweiten und wird am Ende nur noch sehr stiefmütterlich zu einem abrupten Ende gebracht. Die Ermittlungsmethoden belaufen sich (gefühlt) manchmal darauf, die Verdächtigen zu besuchen, zu beschuldigen und dann, weil diese ihre Tat natürlich abstreiten, ohne weitere Fragen wieder zu gehen. Und die leicht übersinnlichen Kräfte eines in die Ermittlungen eingebundenen Freundes fallen praktischerweise immer dann aus, wenn sie nützlich sein könnten.
Dennoch alles in allem ein nettes „zwischendurch Buch“, dass neben einem Einblick in die Geschichte für mich vor allem Machtverhältnisse zwischen den Geschlechtern aufgezeigt hat. Sollte mir ein anderer Teil der Serie über den Weg laufen bin ich nicht abgeneigt ihn zu lesen, aktiv suchen werde ich ihn aber nicht.

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Buch-Review: Sternentaler

SterntalerSterntaler von Kristina Ohlsson
Meine Bewertung: 2 von 5 Sternen

Mein erster Krimi von Kristina Ohlsson – in meinem Regal steht noch (ungelesen) der erste Teil der Serie – Aschenputtel – aber ich habe aus einer Laune heraus mit diesem Hörbuch angefangen, dem dritten Teil der Serie. Zu dem Hörbuch ist zu sagen, dass ich die Stimme des Sprechers Uve Teschner als angenehm empfunden habe, ich konnte gut zuhören.
Ich habe mich auch recht schnell in die Figurenkonstallation der Hauptfiguren eingefunden, die Beziehungen der Ermittler untereinander waren zwar nicht oberflächlich, aber so gut dargestellt, dass ich keine Probleme hatte, zu folgen, wie wer mit wem verbunden ist, obwohl ich eben nicht am Anfang der Serie um Alex Recht und Fredrika Bergman begonnen habe.
Es wird die Leiche einer jungen Frau gefunden, zerhackt, in Plastiksäcke verpackt und in einem Waldstück begraben. Wie sich herausstellt handelt es sich dabei um eine, vor einigen Jahren verschwundene, Studentin. Im Laufe der Ermittlungen geraten immer mehr mögliche Täter in den Blickpunkt der Polizei. Dass nacheinander noch zwei weitere, wenn auch sehr viel ältere Leichen an derselben Stelle gefunden werden, macht den Fall nicht gerade einfacher. Erst spät in der Suche nach dem Mörder findet die Polizei die Schlüsselperson, mit der dies alles zusammenhängt und die seit langem ein wohl gehütetes Geheimnis mit sich herumträgt.

Insgesamt handelt es für mich bei diesem Buch um einen soliden Krimi, der mich allerdings erst recht spät (wenn überhaupt) wirklich gepackt hat. Es werden einige Themen im Hintergrund behandelt – Snuff-Filme, sexelle Übergriffe durch Professoren, ungewollte Schwangerschaften, neue Mutterschaft, Liebe/Beziehungen nach/während einer (persönlichen) Katastrophe – aber alle wurden in meinem Leseerleben eher angerissen als ausführlich abgehandelt. Auch die Unterbechung der Geschichte durch eingestreute Interviews mit dem Ermittlerteam, die offenbar nach den abgeschlossenen Ermittlungen einen Rückblick auf die Geschehnisse geben hat mich eher irritiert als positiv zu meiner Erfahrung beigetragen. Und ganz allgemein ist mir klar geworden, dass viele skandinavische Krimis (ich kenne das sonst auch gut von Henning Mankell oder Lars Kepler) sehr … düster sind, die Figuren innerlich oft auf eine Art zerrissen oder kaputt, die zwar auf der einen Seite sehr zur Tiefe der Figur beiträgt, mir an anderen Stellen aber auch übretrieben vorkommen kann und insgesamt dazu führt, dass ich ein weniger großes Vergnügen dabei habe, diese Bücher zu lesen oder weniger gerne in diesen Texten versinke. Ich werde wohl in nächster Zeit eher andere Bücher lesen, Krimis sehr wohl, aber keine skandinavischen.

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