Buch-Review: Veronika beschließt zu sterben

Veronika beschließt zu sterbenVeronika beschließt zu sterben von Paulo Coelho

Meine Bewertung: 3 von 5 Sternen

Vielleicht bin ich mit zu hohen oder anderen Erwartungen an dieses Buch herangegangen – es war auf jeden Fall anders als gedacht. Zum einen war es mein erstes Buch von Paulo Coelho und obwohl ich viele seiner Gedanken spannend und schön fand, war mir das Buch insgesamt zu – seicht, wobei ich nicht sicher bin, ob ich das auch gedacht hätte, wenn es nicht von Coelho gewesen wäre. Ihm ist der Ruf nach tiefgehenden Ideen und Gedanken voraus geeilt, sodass ich … mehr erwartet habe. Ein bisschen wie wenn man Graubrot isst und Vollkorn erwartet. Schon viel besser als Toast, aber eben doch nicht so wirklich befriedigend.
Die andere nicht erfüllte Erwartung ist, dass ich mir bewusst einen Autor von einem anderen Kontinent ausgesucht habe, um in einen anderen Kulturkreis einzutauchen. Und obwohl sich die beschriebene Gesellschaft in Slovenien etwas von der deutschen unterscheidet, war es mir viel zu nah an meinem Alltag. Aber diese Haltung hatte eher etwas mit meinem Vorhaben zu tun als dass ich dem Buch oder dem Autor einen Vorwurf machen könnte.
Insgesamt war es auf jeden Fall nicht schlecht.
Veronika, eine junge Frau aus Slowenien, beschließt sich umzubringen. Leider (oder zum Glück) wird sie entdeckt und in eine geschlossens Klinik eingeliefert. Dort wird ihr mitgeteilt, dass sie aufgrund eines Herzfehlers nur noch ein paar Tage zu leben hat. Im Umgang mit den anderen Patienten merkt sie, dass sie doch noch nicht bereit ist zu sterben.
Coehlho setzt sich mit verschiedenen Themen genauer auseinander. Für mich war das stärkst von allen das „Verrückt sein“, das er von versciedenen Seiten immer wieder neu angeht, wobei der Grundtenor ist: „Verrückt ist, wen die Gesellschaft als nicht normal beschreibt. Anders als die Wertung die dabei mitschwingt sollte man sich darüber klar werden, dass anders sein nichts schlechtes bedeutet“
Es geht aber auch um Bezeihungen, Liebe, Politik, Lebensentwürfe, Religion, Wandel, Freiheit, Perspektive, Erfolg und vieles mehr. Ich hatte aber beim Lesen oft das Gefühl, all diese Themen nur an der Oberfläche zu streifen anstatt tief in sie einzutauchen. Ich hätte sie gerne mit Veronika zusammen noch mehr erlebt. Vielleicht liegt es ein bisschen an der Erzählweise, die den Blick seltsam außen auf den Dingen belässt anstatt von innen heraus zu blicken.
Während des Lesens habe ich mich gefragt, welches Ende sich für mich befriedigender anfühlen würde, wenn Veronika doch nicht sterben müsste oder wenn sie, nachdem sie viele Dinge über das Leben in kuzer Zeit gelernt hat, trotzdem nicht überlebt. Und auch das Ende war in Ordnung, aber ich hätte mir – mehr gewünscht.
Alles in allem ein nettes Buch, zu dem ich aber in nächster Zeit nicht so schnell zurück kommen werde.

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